Im Gespräch mit.. CHRIS MARQUARDT

Premiere !
Heute habe ich meiner Interview-Reihe „Im Gespräch mit..“ ein neues Format verpasst: Das VIDEO ! Und mein erster Video-Gast ist der Fotograf, Coach, Speaker und Reisende CHRIS MARQUARDT.

Ich durfte Chris auf dem diesjährigen „Learn and Give“ in Detmold kennenlernen und freue mich, das er für dieses Interview zur Verfügung steht !

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AUDIO:

Das Interview gibt es auch als reine Audiodatei:

INTERVIEW – TEXT:

Für alle, die dich vielleicht auch nicht kennen: Wer bist du, was machst du ?Also ich bin Chris Marquardt. Ich habe eigentlich ganz viele Schuhe an.. ich bin Fotograf, ich schreibe Bücher über Fotografie, ich bin Podcaster (fast) der ersten Stunde, ich berate Firmen über deren visuelle Präsenzen, ich produziere Material manchmal auch noch für andere und ich reise so oft es geht irgendwo um die Welt, um tolle Ecken fotografisch zu erforschen. Und wenn es möglich ist, nehme ich dann auch noch Leute mit und das sind dann ganz besondere Fotoreisen.

(c) Chris Marquardt

Wie bist du zur Fotografie gekommen ?
Ich bin kein ausgebildeter Fotograf. Ich bin, wie viele heute, ein Autodidakt. Ich habe als Kind angefangen mit kleinen Knipsen, habe mir dann relativ schnell – mit 14 – die erste Spiegelreflex gekauft und so hat sich das einfach durch das Hobby durchgezogen, bis ich mich vor jetzt 13 Jahren selbstständig gemacht habe.

-Normalerweise frage ich meine Interviewpartner immer, mit was für einer Kamera sie fotografieren.. bei dir weiß ich, dass du mit so ziemlich allem fotografierst, was dir über den Weg läuft (also vom Smartphone bis zur Mittelformatkamera). Wie ist da deine Sicht auf die Dinge.. wie wichtig ist das benutzte „Werkzeug“ in der Fotografie ?
Ich habe tatsächlich das Glück, dass ich durch mein Interesse auch an der analogen Fotografie, mich vom Großformat mit 4×5 bis hin zum kleinen eben -bewege. Naja, was halt so die kleinen Sensoren hergeben- und für mich ist  das Werkzeug aber schon unglaublich wichtig. Aber nicht um des Werkzeugs willen, sondern weil das Werkzeug natürlich eine Sprache spricht. Wenn ich von dir Porträts schieße und ich komme mit einer großen Mamia RZ67 an, dann bis du erschlagen. Dann hast du so ein riesen Ding im Gesicht und das mag vielleicht den ein oder anderen erschrecken. Wenn ich jetzt mit einer kleinen, z.B. mit einer Leica daher komme, dann ist die einfach ein bisschen netter zu dir. Die wirkt nicht so bedrohlich.  

(c) Chris Marquardt

Das ist so die eine Geschichte.. die andere, die ich ganz wichtig finde ist, so eine Kontinuität zu haben wenn es um das Bedienen der Kameras geht. Ich bin ganz oft in Situationen, in denen ich mal schnell eben ein Bild machen muss, weil da jetzt etwas passiert. Und in der Situation, wenn ich da erst rausfinden muss, wie ich bei der Kamera irgendeinen Modus im dritten Untermenü einstelle, dann bin ich verloren ! Dann habe ich das Bild nicht ! 

Für mich ist das deshalb ganz wichtig, weil ich fotografiere so meinen Broterwerb. Über die Hälfte meiner Bilder mache ich mit meinen Spiegelreflexkameras von Canon, und das seit Jahren. Aber jetzt nicht unbedingt, weil nur DIE das kann und besser wäre als Nikon, Sony oder Olympus, sondern weil ich eine Investition gemacht habe in das Bedienen dieser Kamera und in das Wissen, wie diese Kameras funktionieren und wo ich drauf drücken muss, um das Ergebnis hinzubekommen.

In Toronto hatte ich eine Situation, da musste ich eine Kamera auf einem Geländer unter ein Stativ hängen.. die war also auf dem Kopf und es war Nacht und ich musste die Kamera also quasi im Dunkeln auf dem Kopf bedienen. Das kann ich nur mit der Kamera, die ich auch kenne und wo ich auch weiß, was geht und was nicht.

Also diese Investition halte ich für relativ wichtig für das was ich da tue. Ich sehe es auch immer wieder auf Workshops oder Fototouren, wenn sich da jemand eine Woche vorher eine neue Kamera gekauft hat.. die schwimmen da nur und bekommen kein Bild hin, weil sie die ganze Zeit nur mit Technik kämpfen. Das will ich nicht. Die Technik ist wichtig, aber nur als Mittel zum Zweck um hinterher das Bild zu bekommen.

Was macht für dich ein gutes Bild aus ?
Emotionen !
Das Bild muss etwas in mir auslösen und da ist es völlig wurscht was für ein Foto das ist. Die Technik, wie ich es gerade gesagt habe, ist immer zweitrangig und der Empfänger, also der Betrachter des Bildes, der wird das Bild immer durch seine eigene Brille sehen, durch die ich sie nicht sehe.

(c) Chris Marquardt

Und in dem Moment, wo ich ein Bild hinbekomme, was also dann tatsächlich zielgerichtet auch beim Betrachter einschlägt, dann tue ich das wahrscheinlich, weil ich den Betrachter auch ein bisschen kenne, oder weil ich weiß in welcher Kultur dieser Betrachter lebt und wie diese Bilder bei ihm andocken.

Und in dem Moment wo da etwas andockt, dem Moment wo bei den Milliarden Bildern, die es heute online gibt, wo jemand beim weiterblättern kurz inne hält und wieder zurück blättert –moment da muss ich noch mal noch mal ein bisschen Zeit mit verbringen– dann ist das für mich ein gutes Bild.

Findest du es wichtig, die eigenen Bilder auch zu drucken ?
Ich habe jetzt gerade eine Lieferung von ausgedruckten Bildern bekommen. Ich habe lange selber gedruckt, aber im Moment habe ich keinen Drucker. Aber ich habe die entsprechenden Dienstleister. Alles ausdrucken geht nicht – allein schon bei der Flut der Bilder. Ich hab – wenn ich meinen Lightroom Katalog aufmache – irgendwie knapp 100.000 Bilder im direkten Zugriff -wobei Fünf-Sterne-Bilder sind natürlich deutlich weniger-, aber ich habe weder unbegrenzten Wand-Platz noch will ich mir die visuelle Ruhe
im Haus durch zu viele Bilder irgendwie kaputt machen.

(c) Chris Marquardt

Das ist ja auch so eine Geschichte.. zu viele Bilder um einen rum…
Das Maß ist mir sehr wichtig Aber ganz klar – ein Bild in der Hand hat ein gewisse Haptik, das ist was anderes, als wenn das irgendwo in einer „Wolke“ ist.  Ich merke das natürlich ganz besonders  wenn ich mit Film, also wenn ich analog fotografiere, weil spätestens dann hat man das Negativ in der Hand, dann hat man was man greifen kann und das ändert das Gefühl für den Wert des Bildes ganz massiv.

Du bist ja in der Fotografie schon viel rumgekommen und hast dir sehr viel Wissen angeeignet.. Gibt es trotzdem ein fotografisches Vorbild für dich ?Ja klar. Wir haben einen Wohnzimmerschrank voll Fotobücher und ich habe da gar nicht so die besonderen bunten Vögel, die ich jetzt aus dem Hut zaubern kann, sondern das sind tatsächlich wieder so die Klassiker.

Ansel Adams ist da relativ weit oben, wenn es um Technik geht, wird das Thema Belichtung, Kontrast, Ausarbeitung Zonensystem.. der Mann hat das beherrscht wie kein anderer. Wobei der auch zum Beispiel -was man so gar nicht weiß- auch ein guter Streitfotograf war.

Dann im Street-Bereich natürlich Cartier Bresson. Der hat in seiner in seinen Kompositionen so unglaubliche Präzision an den Tag gelegt, was die Platzierung und was die Räumlichkeiten angeht, wo die Sachen sich im Bild befinden, Geometrie, die Balance, die Situation, das Timing .. also da kann man eigentlich nur zu ihm aufschauen.

(c) Chris Marquardt

Wer mir auch unglaublich gut gefällt ist zum Beispiel Martin Pahr der das Normale und Banale auf eine Art und Weise darstellt, die mich auch irgendwie packt.. wahrscheinlich weil ich irgendwo in der Kleinstadt aufgewachsen bin und das, was er in Amerika fotografiert hat, ich hier in Deutschland auch so ein Stück wiedersehe.

Und selbst ein Fotograf wie Gurski finde ich klasse. Diese Großformate, diese Industrielandschaften, die der da mit höchster Sorgfalt – ja fast schon choreografiert- das finde ich total verrückt. Also ich gehe da eher so mit den Klassikern einher. So viele der neueren Fotografen, wie zum Beispiel Dugimont finde ich auch cool aber ich habe das Gefühl die kommen und gehen.

Wenn man deinen Namen mal bei google eingibt, findet man die verschiedensten Bezeichnungen, wie Fotograf, Autor,  Coach, Reisender, Business Speaker. Welche Bezeichnung beschreibt dich am ehesten ?
Naja, wenn man es „eindampfen“ will -und ich mache das immer wieder, und schaue mal, was ist denn so mein Essenz-,  denke ich, ich sehe mich selbst am liebsten -und ich hoffe dass mich Andere genau so sehen- als einen Vermittler.. als Jemanden, der Anderen Dinge vermittelt.

So ein bisschen der Wanderer zwischen den Welten.
Das klingt ist total pathetisch, aber ich habe meine Fühler auf der analogen Seite und ich habe meine Fühler auf der digitalen Seite, ich habe meine Fühler auch in anderen Bereichen. Ich bin selber (zumindest früher sehr intensiv – heute nicht mehr ganz so) Hobbymusiker. Das sind ja andere künstlerische Bereiche, die sich da irgendwie die Hand geben und ich denke, das ist es für mich. Ich möchte die Dinge zusammenbringen und würde mal hoffen dass Vermittler das Ganze einigermaßen irgendwie trifft.

Wie eben schon erwähnt, bist du auch Author, d.h. du schreibst Bücher. Über welche Themen hast du schon Bücher veröffentlicht ?
Also dass das mit dem Autor ist ganz interessant, vor allem wie as Ganze zustande kam. Ich habe gemeinsam mit meiner besseren Hälfte, der Monika Andrae, ein Buch über analoge Fotografie geschrieben, das heißt, das war tatsächlich der Einstieg. Aber uns ist quasi das passiert, was was man sich
eigentlich wünscht: Wir sind jetzt nicht hausieren gegangen und haben zig
Verlagen Exposés vorgelegt, sondern wir wurden nachdem wir das Thema
einigermaßen intensiv beackert haben (auch mit workshops und so weiter), vom Verlag angeschrieben und es kam die Frage, ob wir das mit dem Buch nicht machen wollen. Die wollten eben gerade so ein Buch haben und fragten, ob wir das nicht schreiben können. Und in dem Moment wurden wir Buchautoren !

(c) Chris Marquardt

Es war ein ganz interessanter Prozess, weil ein Buch schreiben ist tatsächlich was anderes, als mal zu bloggen oder auf Twitter irgendwas zu schreiben. Das sind andere Herangehensweisen und das war ein interessanter, kreativer Prozess, auch weil man neue Sachen lernt und weil man anders, eben viel strukturierter und umfassender an ein Thema heran gehen kann.

Wir haben natürlich viel Wissens eingebracht, aber auch viel Neues dabei gelernt. Also ein Buch schreiben ist der beste Weg, sich etwas Neues anzueignen und daraus ist jetzt noch mehr geworden. Das erste Buch ist absolut analog und das ist dann sogar ins Englische übersetzt worden.

Das zweite Buch, was ich dann als Soloprojekt fertiggestellt habe, ist ein Buch zum Thema Weitwinkel-Fotografie. Also ein ganzes Buch nur über Weitwinkel. Was ja auch wieder so eine Geschichte war.

Nachdem wir dann für den Verlag das erste Buch geschrieben hatten, meldete sich ein Lektor vom Verlag und wollte eigentlich nur mal mit mir besprechen, ob es überhaupt sinnvoll ist, über dieses Thema ein ganzes Buch raus zu  bringen. Ob es geht, das Thema „Weitwinkel“ in ein Buch zu bringen ohne dass Thema irgendwie künstlich aufzublasen und ob das Thema überhaupt genug hergibt. Und dann haben wir das ein bisschen diskutiert und am Ende fragte der Lektor dann: Willst du das schreiben ?

(c) Chris Marquardt

Hmmm.. auch da war das wieder so: ok, jetzt schreibe ich ein zweites Buch.
Die Monika hat dann parallel dazu ihr eigenes Buch geschrieben (auch beim DPunkt-Verlag, bei dem wir sind) über die sieben Todsünden der Fotografie. Sie hat dann das Thema der Todsünden mit dem Thema Fotografie tatsächlich zusammengebracht.

Es gibt ja diese  ganzen Verhaltensweisen, sei das jetzt „Lust“ oder „Gier“ oder oder… lch krieg die jetzt nicht alle zusammen. Das sind ja alles Verhaltens- weisen, die wir an uns selber auch sehen und kennen, und das hat sie umgesetzt. Also wir sind jetzt tatsächlich mit dem Dpunkt-Verlag insgesamt beim dritten Buch und das Weitwinkel-Fotografiebuch wird jetzt im Moment gerade noch ins englische übersetzt – übrigens auch ein spannender Prozess, weil da schreibt dann jemand anderes dein Buch neu und dann wird das auch erst mal ein anderes Buch. Dann ist man selber als Autor gefordert. Ich bin glücklicherweise in der Lage so gut englisch zu sprechen, dass ich das dann durchlesen und feststellen kann: Moment mal, das ist aber vielleicht nicht richtig übersetzt worden oder das bin nicht mehr ich, da muss ich korrigieren ! Das heißt, ich schreibe jetzt gerade das Weitwinkelbuch quasi noch mal ganz neu; was auch interessant ist.

Und ein drittes Buch ist jetzt gerade in der Mache, da darf ich aber noch nichts darüber erzählen.

Du bietest ja auch Workshops und Fototouren an.  Magst du uns etwas darüber erzählen ?
Na ja, also ich bin -wie ich ja schon gesagt habe, so ein Quereinsteiger. Ich komme ursprünglich aus einem Business-Umfeld. Ich habe bis 2005  tatsächlich in der IT gearbeitet. Ich hatte diese ganzen kreativen Sachen, wie Musik und Fotografie immer, aber die waren halt irgendwie immer so nebendran und ich hab dann 2005 angefangen zu podcasten.

Das war also für mich so der der Dreh- und Angelpunkt wo sich alles verändert hat. 2005 das war so der Beginn der Podcast-Zeit. Also da ging das erst richtig los, und habe dann mit „tipps from the top flow“ angefangen, das ist mein englischsprachiger Fotopodcast. Der hat ziemlich schnell ein relativ großes Publikum gefunden, weil ich den auch auf Englisch gemacht habe. Damit hat er quasi ein weltweites Publikum gehabt und die Leute haben mich dann relativ schnell -nämlich ein halbes jahr später- gefragt: „Gibt es das eigentlich auch live?“

(c) Chris Marquardt

Ich hatte vorher gar keinen Gedanken daran verschwendet, dass irgendwie in die Richtung Workshops zu bewegen. Aber dann kamen ziemlich bald eben diese Anfragen und dann habe ich mir Gedanken gemacht und bin dann relativ flott auch an den Punkt gekommen, wo ich gesagt habe, ich probiere es halt mal. Und dann habe ich -damals habe ich noch in Tübingen gelebt – dort in meinem Studio einfach mal einen Workshop veranstaltet. Ich habe den Leuten dann Bescheid gegeben und zu diesem ersten Workshop kamen Teilnehmer aus Großbritannien, Holland, Schweiz und zwei sogar aus den USA angereist. Ich stand mit offenem Mund da, weil ich mir damals gar nicht bewusst war, wie sehr die Leute sowas wollen.

Und dann wurde dann relativ schnell -weil ich damals ein großes amerikanisches Publikum hatte (und auch heute noch habe) – eine reine USA-Tour daraus. Ich hab dann einfach mal vier Workshops in den USA gehalten und so hat sich das dann halt entwickelt.. auch mit Workshops die jetzt in Deutschland stattfinden.

Auch die Fotoreisen sind so kleine Workshops, denn da kommt man nicht nur mit, um die Gletscher in Grönland zu sehen, sondern da kommt man auch mit, weil wenn man was lernen will. Das ist immer so eine Mischung. Das Reisen begann so 2009 offiziell. Da hat ein Bekannter aus den USA -John Miller- der ist Filmemacher und Podcaster (darüber habe ich ihn kennengelernt) 2003 eine  Dokumentation gedreht über eine Everest-Besteigung. Er hatte dann einen von diesen Kletterern begleitet und hatte dann so viel Material übrig, dass er 2006 angefangen hat, das Material (also den Rest dieser  Dokumentation, die ungefähr 90 Minuten Dokumentation und 80 Stunden Material umfasste) in Schnipseln als Video-Podcast unter dem Titel „the rest of everest“ zu veröffentlichen.

(c) Chris Marquardt

Das Material war so dermaßen klasse und darüber habe ich ihn kennengelernt. Daraus ist dann eine gute Freundschaft geworden und er fragte mich dann 2007 ob ich mir vorstellen könnte, ein Fotoworkshop am Fuße des Mount Everest zu halten – was für mich so undenkbar war. Aber ich bin dann so, dass ich sagte „okay machen wir mal„. Die Konsequenzen muss ich dann später irgendwie ausbaden. Ich habe das früher so in meiner auch sehr amerikanischen Business-Zeit gelernt, dieses „shoot first – apologize later“. Erst mal eine Tatsache schaffen durch ein „ja“ sagen und dann anfangen sich zu überlegen, wie kommt man denn jetzt da an das Ziel. In dem Moment, wo das Ziel fest steht, kann man sich nicht mehr so einfach raus stehlen.

Also mache ich mir dann auch selber den Druck. Das ist auch mit den
Workshops so. Ich überlege mir was für einen Workshop will ich halten.. und schaue, ob das machbar ist. Und wenn mir klar ist, „ jawoll das ist machbar“ wird er angekündigt. Dann melden sich Leute an und dann ist die Zeit wo
die Details dann wirklich zusammen getragen werden müssen und wo das ganze Drumherum irgendwie zusammen finden muss. Das muss am Schluss passen – ganz klar ! Auch bei den Reisen ! Aber es ist mir erst mal wichtig, das „Ding“ anzukündigen.

So hat das mit den Reisen angefangen: 2009 war die erste Trekkingtour bis zum Basislager vom Mount Everest in Nepal und dann haben wir da über die folgenden Jahre quasi den Everest von allen Seiten bereist… also von Tibet aus, von Nepal aus und so ging das dann los und hat seither nicht mehr aufgehört.

(c) Chris Marquardt

Wir waren  schon in Äthiopien und ich versuche immer so ein bisschen die Superlative einzufangen, also in Nepal haben wir den höchsten Fotoworkshop der Welt gemacht, in Äthiopien haben wir in der Danakil-Wüste den heißesten Fotoworkshop der Welt gemacht, da war man tatsächlich am heißesten jemals von Menschen bewohnten Platz der Erde. Das war super, aber leben will man da echt nicht.

(c) Chris Marquardt

Wir haben vermutlich auch den tiefsten Workshop der Welt gemacht, weil die Danakil-Wüste glaube ich mit seiner tiefen Senke auch bis auf  – 200 meter runter geht oder sogar noch mehr … Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube wir haben jetzt den nördlichsten Fotoworkshop der Welt auch schon gemacht, weil wir auch schon oben in Spitzbergen waren also auf knapp 79 Grad Nord (man korrigiere mich, falls es ein Nordpol-Workshop schon gab). Jetzt fehlt noch der Süden !

Es gibt immer noch Ecken, die man noch nicht gesehen hat.

Was war die verrückteste Geschichte, die du bei der Erstellung deiner Bilder erlebt hast ?
Verrückte Geschichten ? Also so richtig verrückt ?

Es gibt immer viele Geschichten und ob die verrückt sind, das ist dann immer Sache des Empfängers, zu entscheiden. Morgens um drei aufzustehen und mit Nudelsuppe vollgestopft zu werden von den Sherpas, damit man es schafft, vormittags über den nächsten Pass zu gehen, weil der um mittags dann zu heiß und zu gefährlich wird. Weil man sonst irgendwie nicht die nicht die nötige Energie hat, das ist schon ein bisschen verrückt.

Oder Nachts um eins auf den Lofoten am Strand Sonnenuntergangsbilder machen bei der Mitternachtssonne oder am Baikalsee unter 1000 Eiszapfen auf dem Rücken liegend in eine Höhle reinrutschen und Bilder machen von 1000 Zapfen, die einen so von oben quasi erstechen wollen.

(c) Chris Marquardt

Auch das Timkatfestival war super. Äthiopien hat einen Ort der Lalibela heisst und die haben einmal im Jahr eines der religiösesten Festivals der Welt. Da treffen sich alle und tanzen und singen und machen Umzüge und beten und was weiß ich alles.. und das ist sagenhaft. Das Festival und der Umzug sind sehr wild und dann geht’s ab. Da sind lauter Guards drum herum, damit da keiner irgendwie unter die Räder kommt. Ich wollte halt nahe Bilder mit Weitwinkel schießen und habe mich dann quasi da irgendwie rein geschlichen und bin dann mitten in diesem Umzug gestanden, mit der Kamera in der Hand und habe gehofft, dass mich keiner umrempelt. Solche Sachen sind lustig, weil für mich sind diese mittlerweile eher so.. naja.. ich tue sie halt einfach so. Ich schaue dann hinterher und sage, „na ja gut, das war jetzt ein bisschen gaga„.. aber so richtig verrückt nicht. Aber den Maßstab, den müssen die Anderen anlegen.

Hast du eine deiner Fotografien vor Augen bei der du sagen würdest, Ja, das ist meine beste Aufnahme ?
Das ist schwierig.. Das ist ein bisschen gemein, weil die Frage
stelle ich ganz oft meinen Workshop-Teilnehmern oder gebe denen das als Hausaufgabe, bevor wir ein Workshop machen: „Bring mir deine drei
besten Bilder mit“ und das stürtzt die Leute immer in große Sinnkrisen. Du
hast ja ganz viele Bilder – jeder heute hat viele Bilder – und was ein gutes Bild ist, das ist ja immer eine Frage – wie ich schon sagte –  wie es an einem selbst andockt.

Ich sage immer, man hat einen Rucksack auf..  und da sind ganz viele andere Sachen drin. Wenn ich ein Bild mache, dann ist das Foto ja nicht nur das Foto,  sondern ich war dort, ich hab den heißen Wind gespürt in der Wüste, das knirschen des Sandes unter den Füßen, die Gerüche vom Camp nebenan wo gekocht wurde, oder so etwas. Und dann ist das alles untrennbar mit diesem Bild verbunden. In dem Moment, wo ich dann das Bild anschaue ist das alles wieder da. In dem Moment, wo DU das Bild anschaust, hast du nur eine zweidimensionale Abbildung. Als Fotograf ist es jetzt für mich eigentlich Sinn oder Aufgabe (unter anderem) von diesen ganzen Dingen, die ich da erlebt habe, die das Ganze zu etwas besonders für mich machen,  irgendetwas visuell in das Foto zu packen, damit auch DU ein bisschen was davon bekommst. Das wird nie zu 100 Prozent funktionieren. Aber das heißt,
wenn du mich jetzt fragst – lange Antwort auf die kurze Frage – hast du ein bestes Bild ?

Ja, habe ich ! Aber das ist ein Bild, das für MICH das Beste ist. Und das wird bei anderen Leuten wahrscheinlich überhaupt nicht das auslösen, was es bei mir auslöst. Das ist ein Foto, das eher abstrakter daher kommt, welches in Japan in Hokkaido entstanden ist, während es so eine dicke, milchige Nebelsuppe war,  dass man kaum die Hand vor Augen gesehen hat. Und das ist ein Bild von Bäumen, das so quasi überhaupt keinen Kontrast hat, und schemenhaft irgendwelche Bäume, die vor nebligem Hintergrund stehen. Das ist – wie gesagt – für mich ein Wahnsinns-Bild, weil es einfach ganz viel in mir auslöst.

Für andere mag das völlig banal sein, aber für mich steht das ziemlich weit oben !

(c) Chris Marquardt

Das ist das auch der Grund, warum meine Mutter zu Hause an der Wand ein Bild von ihren Enkelkindern (von meinen Neffen) ausgedruckt hat. Das hat sie auf Fotokopierpapier gedruckt, also einem Büropapier, mit einem schlechten, nicht so tollen Bürodrucker. Das ist schlecht aufgelöst und eigentlichganz furchtbar..  aber das ist für sie das schönste Bild der Welt, weil da ihre Enkel drauf sind. Der Inhalt ist immer wichtiger als alles andere.

Gibt es noch ein Motiv, das du einmal im Leben fotografieren möchtest, bislang aber noch nicht gemacht oder geschafft hast ?“
Ich hab jetzt schon relativ viel gesehen von der Welt.
Es gibt immer noch ganz viel, aber da gibt es nichts Konkretes, wo ich sage „das will ich sehen„. Was mich interessieren würde, wäre mal die  Erdkrümmung aus 50 Kilometer Höhe zu sehen, und zwar mit keinem Fisheye-Objektiv. Das wär so ein Ding, wo ich sagen würde, das will ich mal machen:
Aber ich glaube, das wird nicht passieren.

Aber vielleicht sieht das ja hier jemand 🙂

Wieviel Zeit investierst du im Schnitt für die Nachbearbeitung deiner Bilder am Computer ?
Pro Tag eine halbe Stunde während ich reise !

(c) Chris Marquardt

Für mich ist das Nachbearbeiten wichtig, denn ich fotografiere so, das ich hinterher nachbearbeiten muss. Es sei denn, ich fotografiere mit Film, dann ist das anders, denn da ist die Nachbearbeitung ja fast schon eingebaut.

Aber auf einer Reise setze ich mich am Ende des Tages eine halbe Stunde hin, um die Bilder zu bearbeiten. Ich habe mir dafür ein Workflow gebaut, der mir das erlaubt und am Ende des Tages sind die Bilder mit Sternchen und mit Schlagwörtern versehen, fertig bearbeitet und ich kann am Ende des Tages die  vier- und fünf-Sterne-Bilder dieses Tages rausziehen (auf Knopfdruck). Das hat eigentlich aus der Notwendigkeit begonnen.. und zwar, wenn ich so eine Reise mache, also dadurch dass ich so viele Sachen tue, muss ich mir das halt alles ein bisschen optimieren (von der Zeit her) darf niht viel liegen bleiben. Ich komme am Ende von der Reise zurück und die Bilder sind fertig.  Das kann ich nur, wenn ich jeden Tag eben diese halbe Stunde investiere.. mich an den relativ strikten Workflow halte.

Ich gehe dann einen Monat später (oder 2) nochmal drüber und schaue ob ich Fehler gemacht habe.. Ich überprüfe zu Hause am besseren Bildschirm auch noch mal kurz Farben usw.  Wenn ich das nicht tun würde, würde viel liegen bleiben, weil die nächste Sache wartet ja schon. Ich höre das immer wieder von Leuten, die sagen: „hey, ich hab es aufgegeben Bilder nachzubearbeiten, weil da liegen schon 20.000 Bilder, die darauf warten, das man irgendwas mit ihnen tut“  und das ist schwierig und das will ich nicht. Ich bin selber eher chaotisch veranlagt,  das heißt ich bin selber nicht der ordentlichste Mensch auf der Welt. Und in dem Moment, wo ich dann an der Stelle auch noch Chaos mache, so wie auf meinem Schreibtisch, dann werde ich irgendwie unglücklich. Und das muss ja auch nicht sein.

(c) Chris Marquardt

Ich habe das alles auch mal in ein eBook gepackt, da kann ich dir einen Link geben… das steht dann online gratis zur Verfügung. Da ist dieser Workflow ein bisschen beschrieben und den kann man dann einfach nachmachen,
wenn man möchte und der der heißt: „1 hour 1000 pics“
Also das schnellste, das ich mal geschafft habe, waren 1000 Bilder in einer Stunde durchzugehen.

ANMERKUNG: Hier ist der Link:
https://1hour1000pics.com

Es ist tatsächlich möglich, da muss man aber dann sich halt auch tatsächlich so ein bisschen an so einen Framework halten, dann geht das !

Früher bin ich so rangegangen:  Ich habe die Bilder geschossen, komme nach Hause,  importiere die Bilder in meinen Rechner und dann gehe ich die Bilder durch.. und während der Rechner noch importiert, pick ich mir eins raus… das ist toll, das bearbeite ich gleich ! Und dann das Nächste. Und am Schluss bin ich mir nicht sicher, ob ich die guten Bilder tatsächlich alle gefunden habe oder nicht, und dann bleibt eine Unsicherheit und die fühlt sich nicht gut an und die nagt so ein bisschen.

Und ich habe den dann Workflow relativ gut strukturiert, indem ich sage, erstmal alles importieren alle previews rechnen (wie man das halt so tut), dann erst mal durchgehen und sagen ja oder nein.. also die schlechten ins Kröpfchen und die Guten ins Töpfchen und so.. „Ja“ und „Nein“ verteilen, ..also mit Flaggen markieren oder was für Tools man eben nutzt.

(c) Chris Marquardt

Es muss keine bestimmte Software sein, mit der man das macht, aber ich mache das mit Lightroom, weil die Flaggen und Sternchen und Metadaten eben da ganz gut verwaltet werden (finde ich). Und dann treffe ich hier nochmal „ja“/ „nein“ -Entscheidungen. Dann schaue ich mir nur noch die
„Ja´s“ an. Die „Nein´s“ sind dann weg, die stören nicht mehr !
Sie sind zwar physisch noch da, aber die mache ich dann durch den Filter einfach unsichtbar, und dann sehe ich nur noch die „Ja“-Entscheidungen.

Jetzt gehe ich durch und vergebe erstmal so eine Grundbasis an Sternen: Ein Stern für dokumentarische Fotos (ist nicht wichtig, aber da ist irgendwie eine lustige Begebenheit oder so etwas drauf),  zwei Sterne für „nicht schlecht“, aber da muss man doch was dran machen und drei Sterne für „das will ich  wirklich vorzeigen, das gefällt mir“ (aus dem Bauch heraus).

Dann schaue ich mir erstmal nur die Drei-Sterne-Bilder an. Also nur die, wo ich sage: „ja da will ich was mit machen“, und das sind dann vielleicht nur noch 10 Prozent der Bilder, die ich am Anfang hatte. Von 3000 Bildern sind dass nur noch 300 und dann gehe ich die durch und ab diesem Moment (bisher war das quasi Buchführung machen).. setze ich mir den kreativen Hut auf.

Jetzt mache ich Bearbeitung, jetzt mache ich Farben, jetzt mache ich  Kontraste, jetzt gucke ich, ob ich auch noch anders zuschneiden muss und, und, und… Dann entscheide ich, ist das ein Vier-Sterne-Bild (was für mich in meiner Sortierung bedeutet, ja, das möchte ich auch irgendwo vorzeigen, sei das jetzt online auf flickr und co), oder ist das ein Fünf-Sterne-Bild (das ist dann Portfolio-Material). Das ist Material, das ich einem Kunden zeige, wenn er sagt: Du, ich möchte mal dass du für mich fotografierst..zeig mir doch einfach mal ein paar gute Bilder. Und das ist dann wirklich das Beste vom Besten !

(c) Chris Marquardt

Da kann es auch sein, dass von einer Reise zwei oder drei maximal davon ausgewählt werden…das sind dann diese wirklichen WOW-Bilder.
Oder ich sage in dem Moment: das Bild ist  doch kein so tolles Bild und dann
kriegt es nur noch zwei Sternchen.

Dieser Vorgang, also dieses Reduzieren der Menge auf immer weniger Bilder, bis man dann tatsächlich am Schluss nur noch so bei der Essenz ankommt ist für mich so ein bischen das Destillat der Bilder herstellen.

Wenn ich dann noch Zeit habe, dann schaue ich mir die Zwei-Sterne-Bilder nochmal an. Das passiert aber dann oft schon nicht mehr, weil die Zeit weg rennt. Aber ich habe zumindest schon mal ein Destillat gemacht. Wenn ich dann mal Leerlauf habe, irgendwo zwischendurch ein paar Wochen, dann gehe ich her und schauen mir noch mal rückwirkend ALLES an. Dann nehme ich mir noch mal die Zeit. Aber das ist dann tatsächlich so ca. einen Monat in der Zukunft, und wenn ich dann die ganze Sache nochmal durch habe (ich schmeiße da nichts weg während des Workflows, sondern ich markiere nur die fürs Wegwerfen) dann gehe Monate später nochmal drüber und dann auch über die, die ich für das Wegwerfen markiert hatte, und schau mal ob ich da noch irgendwas übersehen habe, oder ob da noch irgendwas dabei ist wo ich sage, „moment mal, das gehört doch nicht hierher“ (so Fehler macht man ja). Diese werden  dann entsprechend hoch gestuft und dann werfe ich den Rest weg !

Dann werden die Bilder, die für das Wegwerfen markiert sind (und die ich jetzt mit etwas Abstand auch noch mal überprüft habe) dann auch komplett weggeworfen, also wirklich gelöscht ! Unwiederbringlich weg !

Dieser Moment, wo man so etwas wegwirft, das ist auch immer endgültig. Aber in diesem Moment kann ich sie auch wegwerfen, weil ich mir sicher bin, ich habe keinen Fehler gemacht. Ich habe das ja mehrfach überprüft. Also ich habe nicht mehr diese Ungewissheit „um Gottes Willen… jetzt werfe ich vielleicht etwas Wichtiges weg“, sondern ich habe die wichtigen Bilder gesichert. In dem Moment ist das wie eine Befreiung. Das ist wie wenn man umzieht und die Hälfte des Hausrats irgendwie weg gibt, das ist so wie durchatmen.

Wieviel Zeit investierst du für Social Media ? (Blog, Netzwerke..)
Also, ich bin ja selbständig und das heisst ja selbst und ständig. Ich trenne das Private und die Arbeit nicht wirklich. Das kann ich aber machen, weil das, was ich tue, auch wirklich das ist, was ich tun will. Also ich mache jetzt keinen Knochenjob (bis auf die Steuersache vielleicht). Aber ansonsten
gehe ich ja morgens nicht zur Maloche und bin dann froh, wenn das Abends rum ist, sondern ich lebe meinen Beruf ja !

(c) Chris Marquardt

Ich mache ja das, was ich möchte ! Das ist ja mein Luxus ! Das heißt, ich muss das auch nicht wirklich trennen. Und deshalb ist es schwer, das auseinander zu dividieren. Aber ich bin in Social Media unterwegs.. in manchen mehr in manchen weniger. Ich bin viel auf Twitter unterwegs, mache ein bisschen Instagram. Mit Facebook habe ich es nicht so.. Im moment bin ich da immer noch so auf dem Stand: Ich muss das … ich brauche das… weil ich erreiche dann natürlich auch ein paar Leute, die ich sonst nicht erreichen würde, und die dann vielleicht doch irgendwie mit auf eine Fototour wollen. Fototouren verkaufen sich nicht immer super leicht.

Das klingt jetzt alles toll, und es gibt auch schon Touren, die sind ein halbes Jahr vorher ausgebucht. Es gibt aber auch welche, da hast du einen Monat vor dem Stichtag irgendwie nur die Hälfte der Leute, die du eigentlich brauchst. Das kann schon mal so oder so laufen, d. h. ich brauche diese Plattformen tw. auch um entsprechende Sichtbarkeit zu haben. Wobei auf Facebook bei jedem Beitrag wird man ja gefragt, ob man nicht noch Geld einwerfen möchte.. und das den Post damit auch mehr Leute zu sehen bekommen. Die Reichweite wird ja künstlich verknappt. Also für mich ist dass eher nicht mehr so wichtig.

Aber ich benutze Social Media.. allerdings jetzt gar nicht so viel als der „Foto-Chris“, der dann auf Twitter immer nur Fotosachen postet, sondern das ist dann privates Zeug. Den Leuten, die das lesen, ist das auch klar.
Ich bekomme dann auch (auf deutsch und auf englisch) – weil ich habe eben Publikum in beiden Bereichen- und ich interagiere auch viel mit englischsprachigen Menschen, und da kommt schon mal vor dass dann
jemand sagt „ja .. hye.. schuster, bleib bei deinen Leisten.. du musst mehr über
Fotografie reden„. Ich sag dann immer: Du folgst mir doch.. entscheide du
das doch… also ich tue ja nur, was mir gefällt …

Für mich ist Social Media eher eine Möglichkeit, nicht nur Bilder zu zeigen, sondern eher etwas über mich zu erzählen. Ich bin ich selbst, also keine künstliche Person und die Leute dürfen ruhig wissen, dass ich mal irgendwie im Garten etwas umgegraben habe oder so..

(c) Chris Marquardt

Beinahe hätte ich noch vergessen, dich auf deine Podcasts anzusprechen.. du hast ja inzwischen 7 Stück am Start, wobei glaube ich „Happy Shooting“ mit weit über 500 Folgen der Bekannteste sein dürfte…. Was sind hier eine Themen und wie schaffst du das alles unter einen Hut zu bringen ?
Indem ist es einfach tue ! Es ist tatsächlich so.. also ich sag mal so: Die Arbeitslast ist bei mir so eine saisonale Geschichte, so ein „App&Flow“.. Das kommt und geht und es gibt dann einfach zwischendurch auch mal Zeiten, wo ich halt ranklotzen muss wie blöd und es gibt auch schon mal – wobei eher selten – aber es passiert auch schon mal – so ein over-commitment, wo ich durchaus sagen muss: Moment, jetzt muss ich doch noch mal ein, zwei Sachen rausnehmen, weil es sonst zu viel wird. Aber dann gibt es zwischendurch auch mal einen Monat, in dem ganz wenig passiert und wo ich mich dann um das Büro kümmern kann.

Also für mich ist das so ein kommen und gehen.. und ich bin auch so vom Typ her, das es mir eher schnell langweilig wird, das heißt, ich brauche dann auch immer wieder so eine neue oder zusätzliche Geschichte, damit es eben nicht langweilig wird.

Gibt es aus deiner Sicht noch etwas, was du uns gerne mitteilen möchtest ?Was mir bei manchen Fotografinnen und Fotografen ein bisschen aufstösst, ist diese Technikgläubigkeit. Dieses inhärente Vertrauen, das die bessere Kamera auch das bessere Bild machen wird… das ist aber eine Binsenweisheit. Natürlich ist das nicht so ! Dazu habe ich jetzt gerade ein Spruch gelesen, der mir jetzt irgendwie durch die Timeline wuselt, und der war über Ansel Adams: Denke immer daran, dass Ansel Adams eine deutlich schlechtere Kamera hatte als du !

Also wenn wir so über die Geschichte schauen und diese wirklich „einmal-im-jahrhundert-bilder“ uns anschauen, und dann  schauen wir, mit welcher Technik die gemacht wurden, dann kann man aus heutiger Sicht nur mit der Schulter zucken.

Jeder, der heute 500 Euro für eine Kamera mit Kit-Objektiv ausgibt, hat wahrscheinlich  etwas besseres in der Hand (von der Technik her). Daran liegt es nie. Die Technik ist ist es nie.. bis auf ganz wenige Bereiche, wo du halt einen Vorteile hast durch höhere Framerates oder durch vielleicht noch ein bisschen bessere ISO-Zahlen. Aber ich sag mal 95 %  des Bildes macht der Fotograf ! Die Kamera ist extrem zweitrangig.

(c) Chris Marquardt

Das ist ein schönes Schlußwort, Chris !
Vielen Dank für dieses ausführliche Interview.

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Hier noch einmal alle Links:

HOMEPAGE CHRIS MARQUARDT

PODCAST „DISCOVER THE TOP FLOOR

KOSTENLOSES eBOOK (WORKFLOW)

 

 

 

7 Antworten auf „Im Gespräch mit.. CHRIS MARQUARDT“

    1. Hi Rolf, danke.. aber die Technik scheint zu Hause nicht so optimal zu sein.. obwohl der zeitliche Versatz des Tones in vielen anderen (auch von framden Speakern) Videos zu sehen ist.. ich denke das es was mit dem Konvertieren auf die Videoplattformen zu tun hat. Vielleicht hat da ja auch jemand noch einen Tip für mich ?!? Ich bin ja lernfähig ! Die nächsten Videos werde ich auf jeden Fall wieder aus dem Studio machen !

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